Derzeit auf Okto

Oktofokus - Rosa, Maria, Adolfine und Pauline

Die aktuelle Sonderausstellung DER FALL FREUD. DOKUMENTE DES UNRECHTS beleuchtet die letzten Monate der Familie Freud im nationalsozialistischen Wien und erzählt die Geschehnisse in den Jahren danach. Die systematische Beraubung Sigmund Freuds und seines Bruders Alexander wird detailliert nachgezeichnet, neue Erkenntnisse vertiefen das Wissen um das Schicksal und die Ermordung ihrer vier Schwestern Rosa, Maria, Adolfine und Pauline durch das NS-Regime. Im Gespräch mit Florian Müller von OKTO ist die Kuratorin Daniela Finzi und es gibt einen Blick in die Ausstellung, die noch bis 5. April 2026 läuft. Im Rahmen eines Schwerpunkts zum Gedenken an die Novemberpogrome von 1938 zeigt OKTO im Anschluss an das Gespräch die Doku WE LIVED... IN THE NINTH DISTRICT des Fortunoff Archive for Holocaust Testimonies. Die Zeithistorikerin Julie Dawson vom Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien spricht über die Entstehung des Dokumentarfilms.

Nächste Sendungen

20:40

Oktofokus - We Lived... In the Ninth District

"We Lived ... In the Ninth District" – ausgewählte Zeugnisse von Wiener Holocaust-Überlebenden – eröffnet erschütternde Einblicke in unsere Geschichte und führt vor Augen, wie Vergangenheit fortwirkt: Die Videoinstallation im Schauraum Berggasse 19 erweitert die Sonderausstellung „Der Fall Freud. Dokumente des Unrechts“, die im Sigmund Freud Museum gezeigt wird. Stephen Naron, Direktor des Fortunoff Archive for Holocaust Testimonies, die Historikerin Julie Dawson und der Filmemacher Ambrus Hernádi haben aus den umfassenden Ressourcen des Fortunoff Archives in Yale ein beindruckendes Filmdokument geschaffen: Vier Frauen, die in der Nachbarschaft der Berggasse 19 aufwuchsen, erzählen von einer glücklichen Kindheit in Wien und deren jähem Ende mit dem Anschluss 1938. Verfolgung, Vertreibung, Unterdrückung und ein von traumatischen Erinnerungen überschattetes Weiterleben im Exil folgten. Die Zeugnisse von Thea S., Edith L., Erika M. und Edith K. stehen stellvertretend für Millionen, die wie Freuds Schwestern dem Holocaust zum Opfer fielen. "We Lived ... In the Ninth District" richtet sich an uns als ein Appell, das Leben und all seine Beziehungen nach den Prinzipien der Menschlichkeit auszurichten. Wissenschaftliche Bearbeitung: Julie Dawson; Film: Ambrus Hernádi; Konzept: Stephen Naron

21:00

Jukebox - Im Gespräch - Jordan Mechner

Der Autor und Game-Designer Jordan Mechner berichtet in einem Studiogespräch mit dem Jetzt.at-Journalisten Ingo Hasewend über sein neu erschienenes Graphic Novel „Replay“. Er erzählt wie, seine jüdische Familie 1938 vor den Nationalsozialisten fliehen musste und wie zwei von Hitler gemalte Aquarelle dabei halfen, Visa zu erhalten – ein paradoxer Moment, in dem Kunst zum Rettungsanker wurde. Mechner beschreibt, wie offen in seiner Familie über Krieg, Flucht und Trauma gesprochen wurde, und wie die Memoiren seines Großvaters eine wichtige Quelle für sein Buch „Replay“ waren. Das Werk verknüpft die Geschichte seiner Vorfahren mit seiner eigenen Perspektive als Sohn und Enkel. Außerdem spricht er über die enge Verbindung zu Wien, die kulturelle Prägung durch die deutsche Sprache und die österreichische Musiktradition sowie über sein heutiges Leben in Frankreich. Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist seine Karriere als Entwickler von „Prince of Persia“: Das erste Spiel entstand als Familienprojekt, spätere Versionen wurden mit großen Teams realisiert. Mechner erklärt, wie sich seine Beziehung zu der Marke im Laufe der Jahrzehnte verändert hat – vom sehr persönlichen Projekt hin zu einer gewissen Distanz – bleibt aber stolz auf die Entwicklung.

  • "We Lived ... In the Ninth District" – ausgewählte Zeugnisse von Wiener Holocaust-Überlebenden – eröffnet erschütternde Einblicke in unsere Geschichte und führt vor Augen, wie Vergangenheit fortwirkt: Die Videoinstallation im Schauraum Berggasse 19 erweitert die Sonderausstellung „Der Fall Freud. Dokumente des Unrechts“, die im Sigmund Freud Museum gezeigt wird. Stephen Naron, Direktor des Fortunoff Archive for Holocaust Testimonies, die Historikerin Julie Dawson und der Filmemacher Ambrus Hernádi haben aus den umfassenden Ressourcen des Fortunoff Archives in Yale ein beindruckendes Filmdokument geschaffen: Vier Frauen, die in der Nachbarschaft der Berggasse 19 aufwuchsen, erzählen von einer glücklichen Kindheit in Wien und deren jähem Ende mit dem Anschluss 1938. Verfolgung, Vertreibung, Unterdrückung und ein von traumatischen Erinnerungen überschattetes Weiterleben im Exil folgten. Die Zeugnisse von Thea S., Edith L., Erika M. und Edith K. stehen stellvertretend für Millionen, die wie Freuds Schwestern dem Holocaust zum Opfer fielen. "We Lived ... In the Ninth District" richtet sich an uns als ein Appell, das Leben und all seine Beziehungen nach den Prinzipien der Menschlichkeit auszurichten. Wissenschaftliche Bearbeitung: Julie Dawson; Film: Ambrus Hernádi; Konzept: Stephen Naron
  • Der Autor und Game-Designer Jordan Mechner berichtet in einem Studiogespräch mit dem Jetzt.at-Journalisten Ingo Hasewend über sein neu erschienenes Graphic Novel „Replay“. Er erzählt wie, seine jüdische Familie 1938 vor den Nationalsozialisten fliehen musste und wie zwei von Hitler gemalte Aquarelle dabei halfen, Visa zu erhalten – ein paradoxer Moment, in dem Kunst zum Rettungsanker wurde. Mechner beschreibt, wie offen in seiner Familie über Krieg, Flucht und Trauma gesprochen wurde, und wie die Memoiren seines Großvaters eine wichtige Quelle für sein Buch „Replay“ waren. Das Werk verknüpft die Geschichte seiner Vorfahren mit seiner eigenen Perspektive als Sohn und Enkel. Außerdem spricht er über die enge Verbindung zu Wien, die kulturelle Prägung durch die deutsche Sprache und die österreichische Musiktradition sowie über sein heutiges Leben in Frankreich. Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist seine Karriere als Entwickler von „Prince of Persia“: Das erste Spiel entstand als Familienprojekt, spätere Versionen wurden mit großen Teams realisiert. Mechner erklärt, wie sich seine Beziehung zu der Marke im Laufe der Jahrzehnte verändert hat – vom sehr persönlichen Projekt hin zu einer gewissen Distanz – bleibt aber stolz auf die Entwicklung.