VIRAL TROTZ ÖFFENTLICH-RECHTLICH – UND WARUM GUTER JOURNALISMUS DAHIN MUSS, WO NIEMAND NACH IHM SUCHT — IDAN HANIN, SOPHIE STRÖBITZER, STEFAN LENGLINGER
Menschen suchen immer seltener aktiv nach Nachrichten. Sie begegnen ihnen zufällig in ihrem Feed – zwischen Fanedits und Get-ready-with-mes. Wie schafft man es, in diesem Meer aus Entertainment trotzdem mit Journalismus durchzudringen? Als TikTok-Hosts der Zeit im Bild erreichen wir regelmäßig Millionen Menschen in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Dahinter steckt mehr als ein guter Hook: Themen müssen anders aufbereitet, komplexe Inhalte neu erzählt und jedes Detail eines Videos auf eine Plattform abgestimmt werden, deren Regeln sich ständig verändern. Gleichzeitig müssen journalistische Standards und der öffentlich-rechtliche Auftrag immer an erster Stelle stehen.
Der Spagat ist anspruchsvoll – und Erfolg nicht garantiert. Manche Videos erreichen Millionen, andere scheitern trotz aller Erfahrung. Entscheidend für uns ist aber nicht die Reichweite, sondern die Menschen dahinter: Junge Nutzer:innen, für die Social Media die erste und meist einzige Begegnung mit Nachrichten ist. Menschen, die nicht wissen, dass hinter unserem Kanal eine Fernsehsendung namens Zeit im Bild steht oder dass das, was sie gerade schauen, Journalismus ist. Umso wichtiger ist es, dass Berichterstattung dort stattfindet, wo Menschen tatsächlich sind – in ihrer Lebensrealität, mit ihrer Sprache und innerhalb der wenigen Sekunden Aufmerksamkeit, die ihnen auf Social Media zur Verfügung stehen.
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