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BELONGING FIRST: WARUM KOMPLEXE SYSTEME AN SOZIALER VERBUNDENHEIT SCHEITERN ODER WACHSEN - BETTINA LUDWIG

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BELONGING FIRST: WARUM KOMPLEXE SYSTEME AN SOZIALER VERBUNDENHEIT SCHEITERN ODER WACHSEN - BETTINA LUDWIG

Folge vom Mi., 7.10.2026

In einer Zeit, in der wir über KI, Plattformregulierungen, digitale Souveränität und die Zukunft demokratischer Institutionen sprechen, übersehen wir oft eine grundlegende Frage: Wer fühlt sich hier eigentlich zugehörig und damit mitverantwortlich?

Aus meiner Perspektive als Kulturanthropologin zeigt sich in komplexen Systemen ein wiederkehrendes Muster: Technologische und strukturelle Innovationen werden vorangetrieben, während die soziale Frage der Zugehörigkeit nachgelagert bleibt. Genau hier entsteht Reibung, Polarisierung und langfristig Instabilität.

In meinem Vortrag nehme ich die Perspektive von Gesellschaften ein, die ganz anders organisiert sind als unsere. Die Arbeit mit einer der letzten Jäger- und Sammlergruppen der Kalahari Wüste Namibias macht sichtbar, wie fundamental Zugehörigkeit für Kooperation, Vertrauen und Stabilität ist und seit 300.000 Menschheitsgeschichte war – und wie radikal anders Systeme funktionieren, in denen soziale Einbettung nicht über Leistung, Status oder Vergleich geregelt wird.

Die zentrale These lautet: Bevor wir die großen technologischen und politischen Zukunftsfragen lösen können, müssen wir die soziale Grundfrage beantworten. Eine demokratische Gesellschaft wird erst dann resilient, wenn Zugehörigkeit nicht als Nebenprodukt entsteht, sondern als Infrastruktur verstanden wird.

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